Willkommen
Liebe Leserin, lieber Leser,
schön, dass Sie da sind. Sich für eine Psychotherapie zu entscheiden, ist ein mutiger Schritt. Vielleicht kommen Sie mit einer klaren Frage, vielleicht mit einem diffusen Gefühl, dass etwas anders werden soll. Beides ist ein guter Anfang.
Dieses Buch soll Sie begleiten – von der ersten Stunde an. Im ersten Teil finden Sie alles, was viele Menschen am Beginn wissen möchten: wie ich arbeite, wie der Weg verläuft, was er kostet, was vertraulich bleibt und was Sie tun können, wenn es einmal schwer wird. Im zweiten Teil finden Sie Kapitel zu Themen, die in der Therapie oft zur Sprache kommen, mit Übungen und Platz für Ihre eigenen Gedanken. Der dritte Teil begleitet Sie bei der Zwischenbilanz, beim Abschluss und danach.
Sie müssen dieses Buch nicht von vorne bis hinten lesen. Blättern Sie, wo es Sie hinzieht. Schreiben Sie hinein, streichen Sie an, lassen Sie Seiten leer. Es ist Ihr Buch.
Die QR-Codes führen Sie zu meinem Online-Begleiter. Dort können Sie vor und nach jeder Stunde Ihre Gedanken festhalten und sich selbst zuschicken – so entsteht mit der Zeit Ihre eigene Sammlung an Erkenntnissen.
Ich freue mich darauf, ein Stück dieses Weges mit Ihnen zu gehen.
Thomas Laggner
Ankommen
Alles, was Sie vor und zu Beginn Ihrer Psychotherapie wissen möchten: wie ich arbeite, wie der Weg verläuft, welcher Rahmen gilt und was Sie tun können, wenn es schwer wird.
- Was Psychotherapie ist – und was nicht
- Wie ich arbeite: personzentriert
- Ihr Weg Schritt für Schritt
- Der Rahmen: Zeit, Ort, Honorar, Zuschuss
- Vertraulichkeit und Ihre Rechte
- Die erste Stunde und die ersten Wochen
- 30 Fragen, die viele stellen
- Wenn es schwer wird – Ihr Krisenplan
- So begleitet Sie dieses Buch
1Was Psychotherapie ist – und was nicht
Psychotherapie ist eine Behandlung durch das Gespräch und durch die Beziehung. Sie hilft, seelisches Leid zu lindern, sich selbst besser zu verstehen und neue Wege zu finden.
In Österreich ist Psychotherapie ein eigenständiger Heilberuf. Psychotherapeut:innen haben eine lange, gesetzlich geregelte Ausbildung absolviert und sind in der Psychotherapeutenliste des Gesundheitsministeriums eingetragen. Psychotherapie behandelt psychische Erkrankungen und Belastungen wie Ängste, depressive Zustände, Erschöpfung, Krisen, Trauer, Beziehungs- und Lebensfragen.
Psychotherapie ist …
- ein geschützter Raum, in dem alles da sein darf, was Sie bewegt
- eine verlässliche Beziehung auf Zeit
- gemeinsames Verstehen: Was geschieht in mir, und warum?
- ein Weg in Ihrem Tempo, mit Ihren Themen
- eine Behandlung, die wirkt – nachweislich, wenn auch nicht immer schnell
Psychotherapie ist nicht …
- eine Sammlung von Ratschlägen, was Sie tun sollen
- ein Etikett, das Ihnen eine Diagnose aufdrückt
- eine schnelle Reparatur, die ohne Ihr Zutun geschieht
- ein Ort, an dem Sie bewertet oder belehrt werden
- eine Freundschaft – sondern eine professionelle Beziehung mit klarem Rahmen
Psychotherapeut, Psychologin, Psychiater – wer macht was?
| Beruf | Was er oder sie tut |
|---|---|
| Psychotherapeut:in | behandelt durch Gespräch und Beziehung, über längere Zeit; verschreibt keine Medikamente |
| Klinische Psycholog:in | untersucht und testet (psychologische Diagnostik) und behandelt mit psychologischen Methoden |
| Fachärzt:in für Psychiatrie | ärztliche Abklärung und Behandlung, auch mit Medikamenten |
Diese Berufe ergänzen sich. Wenn es sinnvoll ist, empfehle ich Ihnen zusätzlich eine ärztliche oder psychiatrische Abklärung – das ist kein Zeichen, dass etwas „schlimm“ ist, sondern gute Zusammenarbeit.
2Wie ich arbeite: personzentriert
Ich arbeite nach dem personzentrierten Ansatz von Carl Rogers. Sein Grundgedanke: In jedem Menschen steckt eine Kraft, sich zu entwickeln und zu heilen. Psychotherapie schafft die Bedingungen, damit diese Kraft wirken kann.
Sie sind die Expertin, der Experte für Ihr Leben. Ich bringe Erfahrung, Fachwissen und vor allem eine bestimmte Haltung mit. Drei Grundhaltungen tragen die Beziehung:
Was das in der Stunde heißt
- Sie bestimmen das Thema. Sie beginnen dort, wo Sie gerade stehen – mit dem, was Sie heute beschäftigt.
- Ich höre zu und fasse in Worte, was ich verstehe. Das klingt einfach, hat aber oft eine große Wirkung: Gefühle werden klarer, Zusammenhänge sichtbar.
- Ich frage nach, lade ein, genauer hinzuspüren, und teile manchmal mit, was Ihre Worte in mir auslösen.
- Ich gebe selten Ratschläge. Nicht, weil ich keine Meinung hätte, sondern weil Lösungen, die aus Ihnen selbst kommen, tragfähiger sind.
- Gefühle haben Platz. Tränen, Ärger, Scham, Lachen – alles darf da sein.
Wie Veränderung geschieht
Am Anfang erzählen viele Menschen eher über Umstände, über andere, über Vergangenes. Mit der Zeit rückt das eigene Erleben näher: „Was fühle ich gerade, während ich das erzähle?“ In diesem Sprechen im Hier und Jetzt geschieht oft die wichtigste Veränderung. Kapitel 10 beschreibt diesen Weg genauer.
3Ihr Weg Schritt für Schritt
So verläuft eine Psychotherapie bei mir – vom ersten Kontakt bis zum Abschluss. Jeder Weg ist anders; dieser Überblick zeigt den üblichen Rahmen.
4Der Rahmen: Zeit, Ort, Honorar, Zuschuss
Honorar und Kassenzuschuss
Sie bezahlen das Honorar und erhalten eine Honorarnote. Wenn Sie den Kassenzuschuss nutzen, reichen Sie die Honorarnote mit dem Zahlungsnachweis bei Ihrer Kasse ein; die Kasse überweist Ihnen den Zuschuss.
| Krankenkasse | Zuschuss pro Einzelstunde (Stand 2026) |
|---|---|
| ÖGK | € 33,70 |
| SVS | € 50,00 |
| BVAEB | € 50,20 |
| Krankenfürsorgeanstalten | je nach Anstalt |
Die Beträge können sich ändern. Aktuelle Werte finden Sie online unter „Honorare“.
Absagen
| Absage | Kosten |
|---|---|
| bis 48 Stunden vor dem Termin | keine |
| 24 Stunden vor dem Termin | 70 % Ausfallshonorar |
| 12 Stunden vor dem Termin oder Nichterscheinen | 100 % Ausfallshonorar |
Die Stunde ist exklusiv für Sie reserviert und kann kurzfristig nicht neu vergeben werden. Die Kasse übernimmt Ausfallshonorare nicht. Die Regelung gilt auch für das Erstgespräch.
Erreichbarkeit
Während meiner Stunden bin ich telefonisch nicht erreichbar. Sprechen Sie mir aufs Band oder schreiben Sie eine Nachricht – ich melde mich zeitnah zurück. E-Mail und Nachrichten sind für Organisatorisches gedacht (Termine, Absagen). Inhalte besprechen wir am besten in der Stunde. In einer akuten Krise wenden Sie sich bitte an die Notrufnummern in Kapitel 8 – ich bin nicht rund um die Uhr erreichbar.
Kontakt
Thomas Laggner, PsychotherapeutTel. 0699 12 169 080
office@thomaslaggner.at
professionellehilfe.at
Urlaub und Vertretung
Meine Urlaubszeiten kündige ich rechtzeitig an. Wie eine Vertretung im Bedarfsfall geregelt ist, halten wir im Therapievertrag fest.5Vertraulichkeit und Ihre Rechte
Was Sie mir anvertrauen, bleibt bei mir. Die Verschwiegenheit ist die Grundlage jeder Psychotherapie – und gesetzlich streng geschützt.
Verschwiegenheit
Ich bin nach dem Psychotherapiegesetz (PThG 2024, § 45) zur Verschwiegenheit verpflichtet – gegenüber allen: Familie, Arbeitgeber, Behörden. Weitergegeben wird nur, wofür Sie mich ausdrücklich entbinden, etwa die Diagnose auf dem Kassenantrag, wenn Sie den Zuschuss nutzen. Ihr Arbeitgeber erfährt nichts von Ihrer Therapie.
Nur in wenigen, gesetzlich geregelten Ausnahmesituationen – etwa bei ernster Gefahr für Leben – kann eine Weitergabe von Informationen nötig sein. Wann immer es möglich ist, bespreche ich das vorher mit Ihnen. Fragen Sie mich gerne, wenn Sie dazu mehr wissen möchten.
Dokumentation
Ich führe über die Therapie eine Dokumentation (§ 44 PThG 2024). Sie haben das Recht auf Auskunft und Einsicht. Die Dokumentation wird zehn Jahre nach Therapieende aufbewahrt und danach gelöscht.
Ihre Rechte auf einen Blick
- Aufklärung: Vor Beginn erfahren Sie, wie ich arbeite, was die Therapie kostet, welche Alternativen es gibt und wie mit Ihren Daten umgegangen wird (§ 42 PThG 2024).
- Freiwilligkeit: Sie können die Therapie jederzeit beenden oder unterbrechen.
- Mitsprache: Sie können jederzeit fragen, Kritik äußern und Wünsche einbringen.
- Wechsel: Wenn es zwischen uns nicht passt, ist ein Wechsel zu einer Kollegin oder einem Kollegen legitim. Ich unterstütze Sie gerne dabei.
- Datenschutz: Ihre Daten werden nach der Datenschutz-Grundverordnung verarbeitet; Details stehen im Therapievertrag.
6Die erste Stunde und die ersten Wochen
Muss ich mich vorbereiten?
Nein – Sie müssen nichts mitbringen außer sich selbst. Wer sich vorher ein paar Minuten Zeit nimmt, kommt aber oft leichter ins Reden. Hilfreich kann sein:
- ein paar Stichworte: Was beschäftigt mich, seit wann, was habe ich schon versucht?
- Fragen an mich notieren: Arbeitsweise, Kosten, Termine. Fragen sind ausdrücklich willkommen.
- für ein Online-Gespräch einen ruhigen Ort wählen, an dem Sie ungestört sind
- wenn vorhanden und gewünscht: Befunde oder einen Reha-Entlassungsbericht
Fragen, die Sie sich vorab stellen können
Was führt mich gerade jetzt in die Therapie?
Was möchte ich verändern – woran würde ich merken, dass es besser geworden ist?
Was möchte ich von meinem Therapeuten wissen?
Wie es sich anfühlen kann
Viele Menschen sind vor der ersten Stunde aufgeregt, manche erleichtert, manche unsicher. Und wenn Ihnen im Gespräch die Worte fehlen oder Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Das ist ganz normal. Wir beginnen dort, wo Sie gerade stehen.
Nach den ersten Stunden fühlen sich manche leichter, andere aufgewühlt. Beides ist möglich und gehört dazu: Was angesprochen wird, wirkt nach. Geben Sie sich nach der Stunde, wenn möglich, ein paar Minuten Zeit, bevor Sie in den Alltag zurückkehren.
Die ersten Wochen
- Regelmäßigkeit hilft, Vertrauen aufzubauen. Was in einer Stunde angestoßen wird, wirkt bis zur nächsten.
- Nachklingen lassen: Notieren Sie nach der Stunde, was Sie bewegt – im Journal am Ende dieses Buches oder online unter „Meine Stunde“.
- Ehrlich bleiben: Sagen Sie auch, wenn etwas nicht passt, wenn Sie sich nicht verstanden fühlen oder etwas anders brauchen.
730 Fragen, die viele stellen
Die häufigsten Fragen aus meiner Praxis. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist: Stellen Sie sie in der Stunde.
1Was soll ich in der Stunde erzählen?
Was Sie gerade beschäftigt – das kann ein großes Thema sein oder etwas, das scheinbar nebensächlich ist. Sie müssen nichts vorbereiten. Oft führt gerade das scheinbar Kleine zum Wesentlichen.
2Was, wenn mir nichts einfällt?
Dann beginnen wir mit dem, was jetzt da ist: Wie geht es Ihnen in diesem Moment? Auch Stille darf sein. Sie ist oft ein Raum, in dem sich etwas sortiert.
3Muss ich über meine Kindheit sprechen?
Nur, wenn es Ihnen wichtig ist. Manchmal zeigen sich Verbindungen zu früher von selbst. Wir gehen dorthin, wohin Sie gehen möchten.
4Warum gibt der Therapeut keine Ratschläge?
Weil Lösungen, die Sie selbst finden, besser zu Ihnen passen und länger tragen. Ich teile aber gerne mein Verständnis, meine Eindrücke und manchmal auch Wissen, wenn es hilft.
5Darf ich weinen – oder wütend werden?
Ja. Alle Gefühle haben Platz. Taschentücher liegen bereit. Auch Lachen gehört dazu.
6Was, wenn ich mich über den Therapeuten ärgere?
Bitte sagen Sie es. Ärger, Enttäuschung oder Zweifel an der Therapie sind wichtige Hinweise. Gerade darüber zu sprechen, ist oft besonders hilfreich.
7Darf ich Fragen an den Therapeuten stellen?
Ja, jederzeit – zur Methode, zum Vorgehen, auch persönliche Fragen. Ich beantworte sie, so gut es für die Therapie stimmig ist.
8Wie lange dauert eine Psychotherapie?
Das ist sehr unterschiedlich: von einigen Monaten bis zu längeren Begleitungen. Nach etwa zehn Stunden schauen wir gemeinsam, was noch offen ist.
9Woran merke ich, dass es wirkt?
Oft an kleinen Dingen: Sie verstehen sich besser, reagieren anders, schlafen ruhiger, sprechen offener. Manchmal merken es andere zuerst. Die Zwischenbilanz hilft, Veränderungen sichtbar zu machen.
10Warum geht es mir manchmal schlechter?
Wenn Verdrängtes spürbar wird, kann es vorübergehend schwerer werden. Das ist oft Teil des Weges und kein Rückschritt. Sprechen Sie es an – dann können wir das Tempo anpassen.
11Muss ich zwischen den Stunden etwas tun?
Nein. Viele Menschen finden es aber hilfreich, nachklingen zu lassen, etwas zu notieren oder eine Übung auszuprobieren. Dieses Buch und der Online-Begleiter bieten dazu Anregungen.
12Verschreiben Sie Medikamente?
Nein, Psychotherapeut:innen verschreiben keine Medikamente. Wenn Medikamente sinnvoll sein könnten, ist Ihre Hausärztin oder eine Fachärztin für Psychiatrie die richtige Ansprechperson. Beides lässt sich gut verbinden.
13Ich nehme Medikamente – ist das ein Problem?
Nein. Bitte setzen Sie Medikamente nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie Änderungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
14Ist Therapie auch online möglich?
Ja, per Video aus ganz Österreich. Wichtig ist ein ruhiger, ungestörter Ort und eine stabile Internetverbindung.
15Was, wenn ich einen Termin absagen muss?
Bis 48 Stunden vorher ist die Absage kostenfrei. Bei späterer Absage wird ein Ausfallshonorar verrechnet (Kapitel 4).
16Darf ich meine Partnerin oder meinen Partner mitbringen?
Einzeltherapie ist für Sie allein gedacht. Gemeinsame Stunden sind nach Absprache möglich; für Paartherapie gibt es ein eigenes Angebot.
17Darf ich mir in der Stunde Notizen machen?
Natürlich. Viele schreiben lieber danach – dafür gibt es das Journal in diesem Buch.
18Erfährt mein Arbeitgeber davon?
Nein. Ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung erfährt niemand von Ihrer Therapie. Mit Kassenzuschuss erhält nur die Krankenkasse die nötigen Angaben.
19Kann ich die Therapie völlig anonym machen?
Ja. Ohne Kassenzuschuss gibt es keine Meldung an die Sozialversicherung, keine ärztliche Bestätigung und keinen Antrag. Eine e-card brauchen Sie bei mir nicht.
20Kann ich zwischen den Stunden schreiben?
Für Organisatorisches gerne. Inhaltliches besprechen wir in der Stunde, damit es den Raum bekommt, den es braucht. In Krisen gelten die Nummern in Kapitel 8.
21Was, wenn ich Gedanken habe, nicht mehr leben zu wollen?
Bitte sprechen Sie es an – solche Gedanken dürfen hier ausgesprochen werden, ohne dass Sie sich schämen müssen. Wenn es akut ist, rufen Sie sofort 144 oder die Telefonseelsorge 142.
22Was, wenn es zwischen uns nicht passt?
Das kann vorkommen und ist niemandes Schuld. Sprechen wir darüber. Wenn ein Wechsel besser ist, helfe ich Ihnen, eine passende Kollegin oder einen passenden Kollegen zu finden.
23Kann ich eine Pause machen?
Ja. Manchmal tut eine Pause gut, etwa nach einer intensiven Phase. Besprechen wir sie, damit der Faden nicht abreißt.
24Wie beende ich die Therapie?
Am besten gemeinsam: Wir planen das Ende, schauen zurück und würdigen, was sich verändert hat. Sie können aber auch jederzeit von sich aus beenden.
25Kann ich später wiederkommen?
Ja, jederzeit – auch nach Jahren, für einzelne Stunden oder einen neuen Abschnitt.
26Was ist, wenn ich mich schäme, etwas zu erzählen?
Scham ist ein häufiger Begleiter in der Therapie. Sie bestimmen das Tempo. Manchmal hilft es, zunächst zu sagen: „Da ist etwas, das mir schwerfällt.“
27Was bedeutet „personzentriert“?
Im Mittelpunkt stehen Sie als Person mit Ihrem Erleben – nicht ein Problem oder eine Technik. Mehr dazu in Kapitel 2.
28Was ist, wenn ich zu spät komme?
Die Stunde endet zur vereinbarten Zeit. Melden Sie sich kurz, wenn Sie sich verspäten.
29Was ist der Kassenzuschuss genau?
Ein Teil des Honorars, den Ihnen Ihre Krankenkasse nach Einreichen der Honorarnote zurückzahlt. Voraussetzungen und Ablauf finden Sie in Kapitel 3 und 4.
30An wen kann ich mich wenden, wenn ich unzufrieden bin?
Zuerst an mich – Kritik ist willkommen. Darüber hinaus gibt es Beschwerdemöglichkeiten bei der Berufsvertretung der Psychotherapeut:innen.
8Wenn es schwer wird – Ihr Krisenplan
Psychotherapie ist kein gerader Weg. Es gibt Zeiten, in denen es leichter wird, und Zeiten, in denen es schwerer wird. Beides gehört dazu.
Schwierige Phasen in der Therapie
- Aufgewühlt nach der Stunde: Gönnen Sie sich Ruhe, einen Spaziergang, ein warmes Getränk. Notieren Sie, was nachklingt.
- Lust, abzubrechen: Oft kommt sie gerade dann, wenn etwas Wichtiges berührt wird. Sprechen Sie sie an, bevor Sie entscheiden.
- Gefühl, nicht weiterzukommen: Auch das ist ein Thema für die Stunde. Manchmal braucht es einen anderen Blick oder ein anderes Tempo.
In einer akuten Krise
Wenn Sie in Lebensgefahr sind oder daran denken, sich das Leben zu nehmen: Rufen Sie sofort die Rettung 144 oder 112, wenden Sie sich an die Telefonseelsorge 142 oder gehen Sie in die nächste psychiatrische Ambulanz bzw. Notaufnahme. Ich bin nicht rund um die Uhr erreichbar.
Wichtige Nummern
Stand November 2026, ohne Gewähr. Eine aktuelle Übersicht bietet gesundheit.gv.at.
Mein persönlicher Krisenplan
Füllen Sie den Plan in einer ruhigen Zeit aus – am besten gemeinsam in einer Stunde. Ein Foto davon auf dem Handy hilft, ihn schnell zu finden.
1. Meine Warnzeichen – woran merke ich, dass eine Krise beginnt?
2. Was mir selbst hilft – was kann ich allein tun?
3. Menschen und Orte, die mir guttun
4. Menschen, die ich anrufen kann (Name, Nummer)
5. Was meine Umgebung sicherer macht
6. Wofür es sich für mich zu leben lohnt
9So begleitet Sie dieses Buch
Dieses Buch ist ein Begleiter für Ihren Weg – kein Lehrbuch, das Sie von vorne bis hinten lesen müssen. Nehmen Sie, was Sie gerade brauchen.
Teil I · Ankommen
beantwortet die Fragen zum Ablauf und zum Rahmen. Lesen Sie ihn am besten zu Beginn.Teil II · Unterwegs
enthält Kapitel zu Gefühlen, Bedürfnissen, Werten, Selbstmitgefühl, Ärger, Kränkung und mehr – mit Übungen und Platz für Ihre Gedanken. Oft schlage ich Ihnen in der Stunde ein passendes Kapitel vor.Teil III · Weitergehen
begleitet die Zwischenbilanz nach etwa zehn Stunden, macht Veränderung sichtbar und hilft beim Abschluss und bei der Vorsorge für schwierige Zeiten danach. Das Veränderungsbarometer in Kapitel 20 können Sie schon zu Beginn ausfüllen.Der Online-Begleiter
Die QR-Codes in diesem Buch führen zu passenden Seiten im Internet. Halten Sie einfach die Kamera Ihres Handys darauf. Dort finden Sie:
- Meine Stunde: Ihre Merkhilfe vor und nach jeder Stunde, für die Zwischenbilanz und den Abschluss. Aus Ihren Eingaben wird ein kurzer Text, den Sie sich selbst per E-Mail oder WhatsApp schicken können – so sammeln sich Ihre Gedanken und Erkenntnisse über die Stunden.
- Was fühle ich gerade? und Was brauche ich gerade? zum Antippen
- Übungen, Meditationen und Arbeitsblätter zum Ausdrucken
- Ihren Krisenplan und die wichtigsten Nummern
Unterwegs
Kapitel zum Lesen, Nachspüren und Ausprobieren – zu dem, was in der Therapie oft zur Sprache kommt. Nehmen Sie, was gerade passt.
- Wie Veränderung geschieht
- Gefühle wahrnehmen
- Was brauche ich gerade?
- Was mir wichtig ist: Werte
- Freundlich mit mir sein: Selbstmitgefühl
- Ärger und Wut steuern
- Die Macht der Kränkung
- Wenn die Lösung das Problem ist
- Den eigenen Weg gestalten
Am Ende: Mein Stunden-Journal
10Wie Veränderung geschieht
Carl Rogers hat beobachtet, wie sich das Sprechen über sich selbst in der Therapie verändert: vom starren zum fließenden Ende – von den Umständen hin zum unmittelbaren Erleben im Moment.
| Phase | So kann es klingen |
|---|---|
| 1. Starrheit und Distanz | „Mir fehlt nichts. Die anderen sind das Problem.“ |
| 2. Erste Auflockerung | „Das war damals halt so.“ |
| 3. Selbst als Objekt | „Ich war damals wütend und zugleich enttäuscht von mir.“ |
| 4. Auflockerung | „Wenn ich jetzt darüber rede, merke ich, dass es mir Angst macht.“ |
| 5. Gefühle im Jetzt | „Ich bin gerade traurig – und es tut gut, das sagen zu dürfen.“ |
| 6. Ganzheitliches Erleben | „Ja … genau so ist es.“ |
| 7. Vertrauensvolles Erleben | „Ich bin gespannt, was sich zeigt. Ich kann mir vertrauen.“ |
Im Hier und Jetzt sprechen
Ein großer Schritt geschieht, wenn Sie nicht nur über etwas sprechen, sondern spüren, was jetzt in Ihnen geschieht, während Sie davon erzählen. Probieren Sie es aus:
„Mein Chef hat mich letzte Woche wieder kritisiert.“
„Wenn ich jetzt daran denke, zieht sich in mir alles zusammen. Ich fühle mich klein.“
Was die Veränderung trägt
Veränderung wird möglich, wenn Sie die Haltung Ihres Gegenübers als echt erleben: Einfühlung, Wertschätzung und Echtheit. Darum ist die Beziehung in der Therapie so wichtig – und darum darf auch angesprochen werden, wenn sie sich einmal nicht gut anfühlt.
Wo stehe ich gerade? Was fällt mir leicht, was schwer, wenn ich von mir erzähle?
11Gefühle wahrnehmen
Ein Gefühl zu benennen ist der erste Schritt, es zu verstehen. Oft spürt man es zuerst im Körper, bevor es ein Wort hat.
Die acht Gefühlsfamilien bündeln viele einzelne Gefühle. Es gibt kein richtiges oder falsches Gefühl – jedes zeigt, was gerade wichtig ist. Und oft ist mehreres gleichzeitig da.
Vielleicht wichtig: Teilen, Feiern, Verbundenheit
„Gerade freut mich …“
Vielleicht wichtig: Sicherheit, Halt, Zeit
„Im Moment fühle ich mich …“
Vielleicht wichtig: Entdecken, Lernen, Sinn
„Mich berührt gerade …“
Vielleicht wichtig: Trost, Nähe, gesehen werden
„Traurig macht mich gerade …“
Vielleicht wichtig: Sicherheit, Orientierung, Schutz
„Ich merke, ich habe Angst, dass …“
Vielleicht wichtig: Grenzen, Respekt, gehört werden
„Es ärgert mich, wenn …“
Vielleicht wichtig: Annahme, Würde, Zugehörigkeit
„Es fällt mir schwer zu sagen, dass …“
Vielleicht wichtig: Ruhe, Entlastung, kleine Schritte
„Gerade ist wenig Kraft da …“
Übung: Drei Schritte zum Gefühl
- Spüren: Wo im Körper merke ich gerade etwas? Wie fühlt es sich an – eng, warm, schwer, kribbelnd?
- Benennen: Welche Familie, welches Wort passt? „Ist es eher Ärger – oder eher Kränkung?“
- Fragen: Was bräuchte dieses Gefühl? Was will es mir sagen?
Ein Gefühl, das mich in letzter Zeit oft begleitet:
Wo ich es spüre, und was es vielleicht braucht:
12Was brauche ich gerade?
Bedürfnisse sind wie Kompassnadeln in der Innenwelt. Sie zeigen, dass etwas fehlt – und wohin es uns zieht.
Hinter jedem Gefühl steht ein erfülltes oder unerfülltes Bedürfnis. Bleiben Bedürfnisse lange unbeachtet, zeigen sie sich oft als Stress, Unruhe oder körperliche Beschwerden. Bedürfnisse sind berechtigt – auch wenn sie nicht sofort erfüllbar sind.
Vom Gefühl zur Bitte
| Gefühl | Bedürfnis | Bitte oder Schritt |
|---|---|---|
| Ärger | gehört werden | „Bitte lass mich ausreden.“ |
| Traurigkeit | Nähe, Trost | „Hast du heute Abend Zeit für mich?“ |
| Erschöpfung | Ruhe, Entlastung | „Diese Woche sage ich einen Termin ab.“ |
Was fehlt mir gerade am meisten?
Ein kleiner Schritt, es heute ein wenig zu nähren:
13Was mir wichtig ist: Werte
Werte sind der Kompass, der durch das Leben führt. Wer seine Werte kennt, kann bewusster entscheiden – und versteht besser, warum manche Situationen so viel innere Spannung auslösen.
Meine wichtigsten Werte in vier Lebensbereichen
Wählen Sie vier Lebensbereiche, die Ihnen wichtig sind – zum Beispiel ich selbst, Partnerschaft, Familie, Beruf. Schreiben Sie in jedes Feld die drei Werte, die Ihnen dort am wichtigsten sind.
Anregungen: Vertrauen, Freiheit, Sicherheit, Ehrlichkeit, Nähe, Anerkennung, Gerechtigkeit, Ruhe, Kreativität, Verantwortung, Humor, Wachstum, Respekt, Verlässlichkeit, Sinn, Gesundheit, Abenteuer, Familie
| Bereich: __________ | Bereich: __________ |
| Bereich: __________ | Bereich: __________ |
Fällt die Wahl schwer? Fragen Sie sich bei zwei Werten: „Wenn ich für den Rest meines Lebens nur einen davon wählen könnte – welchen?“ Das Zögern selbst ist oft schon aufschlussreich.
Das Wertequadrat
Viele Werte haben einen Schwesterwert, der sie im Gleichgewicht hält. Wird ein Wert ohne seinen Schwesterwert gelebt, kippt er ins Extrem. Das Ziel ist nicht die Mitte, sondern beide Werte lebendig zu halten (nach Friedemann Schulz von Thun).
Weitere Beispiele: Freiheit und Sicherheit · Ehrlichkeit und Rücksicht · Nähe und Eigenständigkeit · Fürsorge für andere und Selbstfürsorge
Mein Wertequadrat
Wo stehe ich gerade? Was hieße es, mehr vom Schwesterwert zu leben?
14Freundlich mit mir sein: Selbstmitgefühl
Selbstmitgefühl heißt, sich selbst in schweren Momenten so zu begegnen, wie man einem guten Freund begegnen würde – mit Verständnis statt mit Härte.
Viele Menschen sind mit anderen geduldig und mit sich selbst streng. Selbstmitgefühl ist keine Schwäche und kein Selbstmitleid. Es gibt Halt, gerade wenn es schwierig wird.
1 · Die Selbstmitgefühlspause 3–5 Minuten
| Wahrnehmen, was ist | „Das ist gerade schwer.“ |
| Ich bin nicht allein | „Auch andere Menschen erleben solche Momente.“ |
| Freundlich mit mir sein | „Möge ich freundlich mit mir sein.“ |
Wer mag: eine Hand aufs Herz legen, die Haltung weicher werden lassen, etwas tiefer atmen. Nach K. Neff und C. Germer.
2 · Nachspüren
Nach einer Übung: „Was nehme ich gerade wahr – im Körper, im Gefühl? Wie ist es, das zu merken? Was brauche ich jetzt?“ Es geht nicht ums Lösen, sondern ums Raumgeben.
3 · Mit mir selbst in Beziehung sein
Eine Situation, die mich zuletzt herausgefordert hat:
Wie bin ich da mit mir umgegangen – kritisch, verurteilend, unterstützend?
Was hätte ein guter Freund zu mir gesagt?
15Ärger und Wut steuern
Ärger ist ein Gefühl, das zeigt: Eine Grenze wurde berührt. Er ist nicht das Problem. Gesteuert wird der Weg vom Gefühl zur Handlung.
Die Erregungskurve
| Stufe | Was geschieht | Was hilft |
|---|---|---|
| 1 · Auslöser | Kritik, Kontrollverlust, ein Ziel wird blockiert | eigene typische Auslöser kennen |
| 2 · Frühwarnzeichen | Hitze, Spannung, Herzklopfen | Körper wahrnehmen, ausatmen, Muskeln lösen |
| 3 · Gedanken heizen an | „Das macht er absichtlich!“ | „Gibt es noch eine andere Erklärung?“ |
| 4 · Kurz vor dem Kippen | Tunnelblick, lauter werden | Time-out nach Plan |
| 5 · Abklingen | Klarheit kehrt zurück | Gespräch wieder aufnehmen, Ich-Botschaft |
Je früher Sie eingreifen, desto leichter lässt sich der Ärger steuern.
Mein Time-out-Plan
Meine Zeichen:
Mein Signal für „Ich brauche eine Pause“:
Was mich beruhigt, und wie lange:
Wann ich weiterspreche:
Ich-Botschaft statt Vorwurf
„Ich ärgere mich, wenn …, weil mir … wichtig ist. Ich wünsche mir …“
Was die Grundspannung senkt: ausreichend Schlaf, regelmäßig essen, Bewegung, Entspannung üben, Grübeln über Kränkungen unterbrechen.
16Die Macht der Kränkung
Ein Blick. Ein Satz. Ein Schweigen. Etwas in uns zieht sich zusammen. Kränkung trifft nicht die Oberfläche – sie trifft das Selbst.
Kränkungen erschüttern unseren Wert, unsere Würde und unsere Wünsche nach Zugehörigkeit. Weil Verletzlichkeit oft als Schwäche gilt, schweigen viele. Gerade dieses Schweigen macht Kränkungen gefährlich: Sie wirken im Verborgenen weiter – manchmal als Rückzug, Grübeln, Verbitterung oder körperliche Beschwerden.
Sieben Schritte, einer Kränkung die Macht zu nehmen
- Wahrnehmen: Erkennen, dass etwas gekränkt hat. Zulassen, was verletzt.
- Benennen: Aussprechen, was getroffen hat – in der Therapie, einem vertrauten Menschen, auf Papier.
- Prüfen: Was ist die Botschaft? Was ist wahr? Was gehört nicht zu mir?
- Perspektive wechseln: Was hat den anderen dazu gebracht? Welche Not steckt dahinter?
- Eigene Muster erkennen: Wie reagiere ich – Schweigen, Angriff, Rückzug, Ironie? Erkenntnis schafft Wahlfreiheit.
- Loslassen: Nicht jede Verletzung muss gehalten werden. Manches darf gehen.
- Empathie entwickeln: Wer die eigenen empfindlichen Stellen kennt, versteht andere tiefer.
Was genau hat mich getroffen – der Satz, der Ton, das Schweigen?
Was davon ist wahr, und was gehört nicht zu mir?
Was hätte ich in dem Moment gebraucht?
Vgl. Reinhard Haller, Die Macht der Kränkung.
17Wenn die Lösung das Problem ist
Manchmal erzeugt die Art, wie wir ein Problem lösen wollen, erst das eigentliche Problem. Wir ändern nicht die Richtung, sondern nur die Menge der Anstrengung – mehr vom Gleichen.
Typische Muster
- Strenger kontrollieren – und die anderen werden unmotivierter.
- Immer schneller helfen, damit das Kind selbstständig wird – und es lernt Selbstständigkeit gerade nicht.
- Begegnungen meiden aus Angst vor Fehlern – und die Unsicherheit wächst.
Wenn das Symptom eine Lösung ist
Auch belastende Muster waren einmal sinnvoll. Ein Rückzug kann vor Überforderung schützen, Aufschieben vor einem beängstigenden Schritt, Perfektionismus vor Kritik. Personzentriert gesehen sind solche Muster Lösungsversuche aus den besten Möglichkeiten, die jemand gerade hat. Wenn sie verstanden und gewürdigt werden, können neue Wege wachsen.
Was habe ich bisher versucht – und was davon hat es eher schlimmer gemacht?
Wofür ist das, was mich belastet, vielleicht auch gut?
Was wäre etwas ganz anderes, das ich ausprobieren könnte?
Nach Paul Watzlawick; Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen § 309.
18Den eigenen Weg gestalten
Diese Anregungen sind Einladungen, keine Pflichten. Nehmen Sie, was für Sie gerade passt – und lassen Sie den Rest liegen.
Weitergehen
Innehalten, zurückschauen, Veränderung sichtbar machen – und gut auseinandergehen. Damit das, was Sie in der Therapie gewonnen haben, Sie auch danach trägt.
- Die Zwischenbilanz
- Veränderung sichtbar machen
- Abschied und Abschluss
- Gut weitergehen: Vorsorge für schwierige Zeiten
19Die Zwischenbilanz
Nach etwa zehn Stunden halten wir gemeinsam inne. Die Zwischenbilanz ist keine Prüfung, sondern ein Blick auf den Weg: Wo stehen Sie, was hat sich bewegt, was brauchen Sie jetzt?
Warum eine Zwischenbilanz?
- Veränderungen geschehen oft leise. Im Rückblick werden sie sichtbar – und das stärkt.
- Was noch offen ist, bekommt einen klaren Platz.
- Wir prüfen, ob die Häufigkeit der Stunden passt und wie es weitergeht.
- Sie haben ausdrücklich Raum für Rückmeldung: Was hilft Ihnen? Was fehlt Ihnen? Was wünschen Sie sich anders – auch von mir?
Mein Bilanzbogen
Was hat sich seit Beginn verändert – in mir, im Alltag, in Beziehungen?
Was ist noch offen oder schwierig?
Was hat mir in der Therapie bisher besonders geholfen?
Was wünsche ich mir anders?
Wie zufrieden bin ich mit der Therapie? 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Wie soll es weitergehen – Themen, Häufigkeit, Ziele?
20Veränderung sichtbar machen
Veränderung zeigt sich selten in großen Sprüngen. Sie zeigt sich darin, dass etwas leichter geht, früher bemerkt wird oder anders ausgeht als früher.
Mein Veränderungsbarometer
Schätzen Sie jeden Bereich auf einer Skala von 0 bis 10 ein – zu Beginn, bei der Zwischenbilanz und beim Abschluss. Es geht nicht um „richtige“ Werte, sondern um Ihr eigenes Empfinden.
| Lebensbereich (0 = sehr schlecht, 10 = sehr gut) | Zu Beginn Datum ______ | Zwischenbilanz Datum ______ | Abschluss Datum ______ |
|---|---|---|---|
| Stimmung und Wohlbefinden | |||
| Schlaf und Erholung | |||
| Körper und Gesundheit | |||
| Partnerschaft | |||
| Familie | |||
| Freundschaften | |||
| Arbeit oder Ausbildung | |||
| Freizeit und Freude | |||
| Selbstwert | |||
| Umgang mit Gefühlen | |||
| eigener Bereich: ____________ |
Woran merke ich Veränderung?
Kleine Zeichen
- Ich bemerke Gefühle früher.
- Ich kann Nein sagen, ohne mich lange schuldig zu fühlen.
- Ich schlafe ruhiger oder erhole mich schneller.
- Ein Streit eskaliert weniger.
- Ich bin freundlicher mit mir.
- Andere sagen: „Du wirkst anders.“
Meine eigenen Zeichen
21Abschied und Abschluss
Eine Therapie gut zu beenden, ist ein wichtiger Teil der Therapie. Ein bewusster Abschied hilft, das Gewonnene mitzunehmen.
Woran erkenne ich, dass es Zeit ist?
- Die Themen, mit denen Sie gekommen sind, belasten weniger oder sind anders geworden.
- Sie können mit Schwierigkeiten zunehmend selbst umgehen.
- Die Stunden fühlen sich manchmal an wie „Berichten“, weniger wie Arbeit.
- Der Wunsch taucht auf, es allein zu versuchen.
Sprechen Sie es an, wenn Sie über ein Ende nachdenken. Wir entscheiden gemeinsam, wann und wie. Sie können die Therapie aber auch jederzeit von sich aus beenden – sie ist freiwillig.
Wie ein guter Abschluss aussehen kann
Gefühle beim Abschied
Ein Abschied kann Freude und Stolz auslösen, aber auch Traurigkeit, Unsicherheit oder Erinnerungen an frühere Abschiede. All das darf sein und hat in den letzten Stunden Platz.
Was ich mitnehme
Das Wichtigste, das ich in der Therapie erfahren habe:
Was ich an mir neu kennengelernt habe:
Worauf ich stolz bin:
Ein Satz, der mich weiter begleiten soll:
Ein Brief an mich selbst
Schreiben Sie sich einen Brief, den Sie in einem halben Jahr lesen: Was möchten Sie sich dann sagen? Woran soll Ihr künftiges Ich sich erinnern?
Liebe / Lieber ____________,
22Gut weitergehen: Vorsorge für schwierige Zeiten
Rückschläge gehören zum Leben. Sie bedeuten nicht, dass alles umsonst war. Wer seine Frühwarnzeichen kennt und weiß, was hilft, kann früh gegensteuern.
Meine Ampel
| Woran ich es merke | Was ich dann tue | |
|---|---|---|
| Grün Es geht mir gut | Was mich stabil hält: | |
| Gelb Erste Warnzeichen | Was jetzt hilft, wen ich anspreche: | |
| Rot Es wird ernst | Krisenplan (Kapitel 8), professionelle Hilfe holen: |
Was mich stärkt – meine Ressourcen
Menschen
Tätigkeiten und Orte
Übungen aus diesem Buch
Sätze, die mir helfen
Gewohnheiten, die tragen
- Regelmäßig nachspüren: einmal pro Woche fragen „Wie geht es mir wirklich?“ – mit den Gefühlsfamilien und der Bedürfnisliste.
- Kleine Inseln: Ruhe, Bewegung, Natur, Menschen, die guttun – nicht erst, wenn es eng wird.
- Freundlich bleiben: Die Selbstmitgefühlspause hilft gerade an schlechten Tagen.
- Früh reden statt lange tragen: mit Vertrauten – oder mit mir.
Mein Stunden-Journal
Eine Seite für jede Stunde: vorher sammeln, nachher festhalten. Wer lieber am Handy schreibt, findet dieselben Fragen online unter „Meine Stunde“ – und kann sich den Text selbst per E-Mail oder WhatsApp schicken.
Meine Stunde · Datum: ________________ · Stunde Nr. ______
Vorher
Nachher
Zum Weiterlesen: meine Bücher
Wer tiefer einsteigen möchte, findet in meinen Büchern Hintergründe und Übungen – zu Beziehung, Erschöpfung, Selbstentfaltung und Konfliktklärung. Erhältlich bei Amazon als Taschenbuch oder E-Book.

Wi(e)der Wir
Paartherapie zwischen Verletzung, Verbindung und Neubeginn
Für Paare nach Kränkung und Entfremdung: wie Verletzungen verstanden werden, Verbindung wieder wachsen und ein Neubeginn gelingen kann.

Burnout verstehen und vorbeugen
Ein Praxisbuch für Stress, Resilienz, Selbstcoaching und gesunde Veränderung
Wie Erschöpfung entsteht, woran man sie früh erkennt und was hilft, bevor es zu viel wird.

Wieder in Verbindung kommen
Die Laggner-Theorie der erinnernden Selbstentfaltung
Über Erinnerung, Verbindung und persönliche Entwicklung als Beziehungs- und Bewusstseinsprozess.

Der Raum zwischen den Fronten · Band I
Grundlagen mediativer Haltung und Konfliktdynamik
Haltung, Konfliktdynamik, Würde und Bedürfnisse – Grundlagen für alle, die Konflikte professionell begleiten.

Der Raum zwischen den Fronten · Band II
Kommunikation, Prozess und Intervention in der Mediation
Der Praxisband: Prozessführung, Gesprächsarchitektur und Interventionen für konkrete Konfliktsituationen.
Alle Bücher und der Psycast
Weitere Titel, Pocket-Books und mein Podcast im Überblick.
Ihre Rückmeldung – und wie es weitergehen kann
Wenn Ihnen die Therapie geholfen hat, freue ich mich über eine kurze, anonyme Bewertung. Sie hilft mir – und vor allem Menschen, die gerade selbst nach Unterstützung suchen.
Bitte beachten Sie
- Ganz freiwillig. Eine Bewertung ist ein Geschenk, keine Erwartung. Ob und wie Sie bewerten, hat keinerlei Einfluss auf Ihre Therapie.
- Niemals Persönliches. Bitte schreiben Sie nichts über Ihre Themen, Ihre Diagnose, Ihre Lebensgeschichte oder den Verlauf der Therapie. Ein paar Worte zum Eindruck genügen – etwa zur Atmosphäre, zur Erreichbarkeit oder zum Rahmen.
- Ihr Schutz geht vor. Wählen Sie einen Namen oder ein Kürzel, das Sie nicht erkennbar macht.
- Ein guter Zeitpunkt ist oft nach dem Abschluss – aber wann immer Sie möchten.
Für eine Bewertung auf Google brauchen Sie ein Google-Konto (z. B. eine Gmail-Adresse); der Name dieses Kontos ist dort sichtbar. Auf ratedo können Sie ohne Klarnamen bewerten.
Kontakt
Thomas Laggner · Psychotherapeut (Personzentrierte Psychotherapie)
Eingetragen in die Psychotherapeutenliste des BMSGPK, Nr. 11540
Wiener Straße 17/2, 2442 Unterwaltersdorf · auch online
Tel. 0699 12 169 080 · office@thomaslaggner.at · professionellehilfe.at
Bei akuter Krise: Rettung 144 · Euro-Notruf 112 · Telefonseelsorge 142 · NÖ Krisentelefon 0800 20 20 16 · Psychiatrische Soforthilfe Wien 01 313 30
Dieses Buch ersetzt keine Psychotherapie und keine ärztliche Behandlung. Inhalte zu Honorar, Zuschüssen und Notrufnummern: Stand November 2026. Quellen: Carl R. Rogers; Friedemann Schulz von Thun; Kristin Neff und Christopher Germer; Reinhard Haller; Paul Watzlawick; Ludwig Wittgenstein; psycast-Archiv der Counselorakademie.
Weiterlesen und weiterüben
Auf vitalstrategie.at finden Sie meine Bücher, kurzen Pocket-Books, Arbeitsmaterialien und eine App für die tägliche Selbstanbindung – zum Vertiefen während der Therapie und als Begleitung danach.
Selbsttest · Lebensübergänge
„Vom Riss zur Resonanz“: 12 Aussagen, etwa 4 Minuten, anonym und ohne Speicherung. Der Test zeigt, welche von vier Stationen der Veränderung gerade am meisten Aufmerksamkeit braucht – mit Begleitheft zum Ausdrucken.
Die Selbstanbindungs-App
Eine Web-App für die tägliche Selbstreflexion mit Körperkompass, Gedanken-Protokoll und Verlauf. Die Daten bleiben auf Ihrem Gerät.
Pocket-Books
Über 60 kurze Bücher mit Gedanken und Übungen – etwa „Freundlich mit mir“, „Grenzen ohne Härte“, „Angst entmachten“, „Nein mit Würde“ oder „Sicher miteinander streiten“.
„Wieder in Verbindung kommen“
Mein Buch zur Selbstentfaltung durch Erinnern – mit QR-Codes zu Materialien für jedes Kapitel.
Workbooks und Materialien
Arbeitsblätter, Kartensets und Übungen für Paare und Eltern zum Ausdrucken.